125 Jahre NOK

 

 

21. Juni 1895 hatte Kaiser Wilhelm II. den Nord-Ostsee-Kanal eröffnet. Er (NOK) zählt zu den meistbefahrenen künstlichen Wasserstraßen der Welt. Auf einer Länge von 98 Kilometern verbindet er Brunsbüttel an der Nordsee und Kiel-Holtenau an der Ostsee.

 

Bei der ersten Kanalverbreiterung in der Zeit von 1907 bis 1914 mussten die beiden Eisenbahndrehbrücken bei Rendsburg weichen. Sie waren zu einem wirklichen Hindernis für die Schifffahrt geworden. Eine zweispurige Hochbrücke sollte sie ersetzen. Die lichte Höhe von 42 Metern war schon durch die vorhandenen Hochbrücken vorgegeben. Der geringe Abstand zum Rendsburger Bahnhof wurde zu einem Problem. Bei einer Neigung von 1:150 brauchte man lange, lange Rampen für die doch nur 295 m lange eigentliche Hauptbrücke. Auch sollte das Stadtbild möglichst wenig in Mitleidenschaft gezogen werden. Schließlich einigte man sich darauf, mit einer „Schleife“ von ca. 4 km Länge den Abstand zum Bahnhof zu erweitern und diesen auch noch über drei Meter anzuheben.

So entstand ein Stahlbauwerk von fast zweieinhalb Kilometer Länge, das man sich durch die dazu gehörende Dammlänge verdoppelt vorstellen muss. 17.350 Tonnen hochwertigen Stahl, verbunden durch 3,2 Millionen Nieten, wurden in nur zweieinhalb Jahren, von 1911-13,  zu einem wunderschönen, filigranen Bauwerk, das man schon von Weitem bewundern kann, zusammengefügt. Erst im Jahre 1988 wurde diese Brücke zum „Technischen Denkmal“ erklärt, nachdem aber die beiden charakteristischen Gebäude auf den Treppentürmen bereits entfernt waren. Durch die Masten der Oberleitung erhielt die Brücke eine neue Frisur auf den langen Rampenstrecken. Auch wurde das Gewicht dadurch und durch Verstärkungen am Bauwerk auf über 18.000 Tonnen erhöht.
 

Die mächtige Rendsburger Eisenbahnhochbrücke mit ihrer an langen Stahlseilen eingehängten Schwebefähre ist wohl das imposanteste Bauwerk der Stadt Rendsburg. 2016 stießen allerdings die Rendsburger Schwebefähre und der Frachter "Evert Prahm" zusammen, was zu einem aktuellen Ausfall führte. Die Planung der neuen Rendsburger Schwebefähre kommt allerdings trotz Corona voran. Wichtige Etappenziele seien erreicht, teilt das Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung mit. Als Fertigstellungstermin nennt die Behörde weiterhin den Herbst 2020.

Ich hatte einige die Gelegenheiten, den NOK von Kiel nach Brunsbüttel unter der Brücke zu passieren und ebenfalls die markante Konstruktion mehrfach zu überfahren. Höhepunkt war allerdings 2015 ein  "Dinner mit Aussicht" zum 100-jährigen Bestehen der Hochbrücke, das in der Zwischenzeit aber eingestellt wurde.

Alle Eindrücke habe ich in einem Druckgrafikzyklus verarbeitet. Er ist Teil einer künstlerischen Idee, die Kunst in Bewegung – Bewegung in der Kunst darstellt. Siehe hierzu auch https://www.kunsteins.de/mediathek/kunst-in-bewegung/

Bewegung war und ist schon immer ein zentrales Thema der Kunst. So paradox es auch klingen mag: Die Starre des Motivs auf der Leinwand oder auf Marmor mit den Mitteln der Illusion zu überwinden, war ein wesentliches Ziel künstlerischer Aktivität.

 

Denn gerade Farbe, Licht und Komposition erzeugen Lebendigkeit und Bewegung in Bildern, die unsere Sinne reizen sollen. https://www.kunsteins.de/mediathek/dancing-waves/

Und das in einer Langsamkeit, wie es der Schriftsteller Cees Noteboom in seinem Schiffstagebuch beschrieb. Die Langsamkeit des Schiffes überträgt sich auf die Wahrnehmung des Reisenden und führt zu einer ganz eigenen Art der Aufzeichnung. Im Vergleich zur zügigen Geschwindigkeit in einem Zug ist die langsame, schaukelnde Bewegung des Containerschiffes Auslöser für genaues Hinschauen. Wer mit dem Schiff reist, reist anders. Der Blickwinkel zum Horizont, zum Himmel und auf die Wasseroberfläche lassen das Auge und das Gehirn regelrecht Vielfalt erkennen und mit der Kamera dokumentieren. Dabei ist der Blick von der Brücke über die Reling vom Schiff weg genauso spannend und vielfältig, wie der Blick auf das Schiff. Mit seinen technischen und nautischen Geräten, die genauso im Sonnenlicht und Schatten bei Schaukelbewegungen „tanzen“  können künstlerische Sichtweisen generiert werden, wie das Projekt unter https://www.kunsteins.de/mediathek/container-art-project/ dokumentiert. Aber hier unten erst einmal Beispiele der Modifikation der Rendsburger Hochbrücke.

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