Glück in 5 Buchstaben. PASTA

Moin, von der Pasta-Front.

 

Ostern ist vorbei, die Deko-Hasen gehen wieder in den Winterschlaf, die anderen Hasen gehen ihrem Hobby - dem „Rammeln“ - nach. Andere verschwinden unter dem Namen Lapin in Senfsoße mit Echalotten und Creme fraiche. Aber zurück zur Pasta oder - wie ich es in Metaphern formuliert habe - dem Glück in 5 Buchstaben.Wir hatten nicht die gleiche Resonanz, wie bei Labskaus, ein Gericht, das eher polarisierte. Sei´s  drum. Vielleicht war auch der Ostersonntag (in Corona-Zeiten) mit seinem tollen und warmen Frühlingswetter in vielen Teilen der Pasta-Republik ein Blick in den Sonnenhimmel und nicht in den Pastatopf wert. Überraschend war der offene und spontane Kontakt zu Peter Gaymann. https://www.gaymann.de/ Deshalb hier noch einmal Dank allen, die daran teilgenommen haben. Die interessantesten Fotos findet Ihr hier unten.

Ich habe gerade mit meinem Künstler-Kollegen Peter Gaymann gesprochen. "Klar, kann ich seine Karikaturen als Motivation für den Ostersonntag zum Pasta-Kochen verwenden. https://www.gaymann.de/

DEUTSCHLAND DARF PASTA KOCHEN

 Pasta #glückinfünfbuchstaben

Nicht Hamstern, sondern Kochen. Und hinterher muss man sowieso auf Klo. Oder Ihr nicht?

 

Andreas Petzold, Nieblum, 06.04.2020

 

Keine Pasta, kein Klopapier ist in den letzten Tagen eine immer wieder zitierte Headline, die auf etwas hinweist, dass im allgemeinen Sprachgebrauch Hamsterkäufe genannt wird. Ob es stimmt, dass Franzosen parallel Rotwein und Kondome und Amerikaner Waffen hamstern, lasse ich erst einmal unbeantwortet.

Bezogen auf den Hamster sollte man sich nicht wundern. Wundern Sie sich also nicht, wenn der Hamster am Futternapf nicht frisst. Er ist nämlich gewohnt, sich seine Backentaschen mit den Samen und anderem Trockenfutter vollzustopfen und dann damit in sein Häuschen zu laufen, um dort die Backentaschen zu leeren, zu fressen oder erst einmal einen Vorrat anzulegen. „Frisch- und Lebendfutter wird dagegen meist an Ort und Stelle sofort verzehrt“, heißt es auf ausgewiesenen Hamsterseiten.

 

 

Also: Oster-Sonntag, 12.04.2020, 12.00 bis 14.00 (Kernzeit 13.00 Uhr für mögliche Live-Kommentare ). Jeder macht Pasta nach seinem Rezept. Das Original gibt es nicht. Alle stellen ihre Fotos - ähnlich der Aktion #dernordenkocht Labskaus vom 05.04.2020 - via FB und Instagram ein und zeigen, dass Essen Gemeinschaft und Solidarität in komplizierten Zeiten ermöglicht. Es ist kein Wettbewerb, keine Challenge, kein Diskussionsforum, sondern der Versuch, ein wenig Gemeinschaft, Solidarität und vielleicht sogar ein wenig Freude und Nähe Ostersonntag zu ermöglichen und dabei ein wenig italienische Lebensfreude zu zeigen. #glückinfünfbuchstaben #pasta #staytogether #schmeckts #deutschlandkochtpasta

 

Übertrage ich das jetzt auf Menschen, haben wir ein regelrechtes Defizit. Die Produzenten von Lebend- und Frischfutter haben (fast) alle geschlossen. Und Frischfutter oder Getränke im Supermarkt zu konsumieren, kommt schon aus organisatorischen und hygienischen Problemen nicht in Frage.

 

Also heißt es 1. zuhause Kochen und natürlich 2. auch zu entsorgen. Und dafür braucht es eben Futter, wie Pasta, und natürlich Toilettenpapier. Zu 2. äußere ich mich nur begrenzt, da gibt es zu große kulturelle Unterschiede. (Siehe hierzu „Das große Buch vom Scheißen“) zu 1. kann ich schon mehr sagen, denn da stehen mir meine italienischen Freunde zur Seite und eine Menge italienischer Kochbücher – insbesondere mein Favorit „Made in Italy“ von Giorgio Locatelli. Denn „Liebe geht nicht nur durch den Magen“, sondern Nudeln machen zusätzlich auch noch glücklich, insbesondere in Zeiten, wo der menschliche und kulinarische Kompass ein wenig aus den Fugen geraten oder genauer gesagt, missweisend, ist.

Ich fokussiere also meinen Blick auf die Pasta. Denn davon müssen ja einige Tonnen zuhause eingelagert worden sein. Dass Marco Polo die Pasta nicht erfunden und auch nicht aus China mitgebracht hat, ist mittlerweile Allgemeinwissen. Und dass die Formen- und Namensvielfallt kaum aufzuführen ist, war für den Nudelverehrer Goethe genauso wenig wichtig, wie die Tatsache, dass der Futurist Marinetti 1930 mit „Basta la Pastasciutta“ die Nudel sogar komplett abschaffen wollte.

 

Bei den Übermengen an Pasta, die jetzt in deutschen Haushalten lagern, müßte ja ein großes Repertoire an Rezepten und Kochtechniken hinsichtlich der Pasta vorhanden sein.

 

Hier meine Empfehlung für Pasta-Novizen .

Man zerkleinert ein Paar Zwiebeln, brät sie mit etwas Knoblauch in gutem Olivenöl an, gibt eine Dose San Marzano Tomaten sowie Tomatenmark dazu und läßt das Ganze etwas einkochen, während auf dem Herd parallel die Pasta* kocht. Nach 6-8min sind beide Zutaten fertig. Die Pasta wird abgegossen und nass unter die Sauce gehoben. Ein Paar Kräuter darüber, etwas frisch geriebener Parmesan und das Glück taucht auf der Zunge auf.  Das dauert durchschnittlich alles so lange, wie man ein Fertiggericht für die Mikrowelle vorbereitet und gart. Und man hat das befriedigende Gefühl, etwas Selbstzubereitetes zu genießen, das nur die Stoffe aufweist, die man kennt.

Schon das Zusammenspiel zwischen z.B. der Spaghetti und der Sauce, etwas Meersalz und einigen Spritzern Olivenöl führt uns die Seele („Anima“) der Pasta vor Augen. Mischt man die Spaghetti zusätzlich jetzt noch mit frisch gehackten Kräutern, wie z.B. glatte Petersilie, Basilikum, etwas Bio-Zitronenabrieb und frisch gemahlener Pfeffermischung aus der Mühle, kann man die Seele sichtlich spüren. Würzt man zusätzlich noch mit Chili, wird sie „teuflisch“.

*Pasta  ist in der italienischen Küche die Bezeichnung für Teigwaren (Pasta=Teig) aus Hartweizengrieß, Salz und Wasser in vielen Größen und Formen. Sie heißen u.a. Cannelloni, Capellini, Farfalle, Fettuccine, Fusilli, Lasagne, Maccheroni, Orecchiette, Paccheri, Pappardelle, Penne, Ravioli, Rigatoni, Spaghetti, Spaghettini, Tagliatelle, Tortellini, Tortelloni etc. Die Liste ist allerdings nicht komplett.

 

Setzt man jetzt noch die regionaltypischen Zubereitungsarten von Mama hinzu, wird das Ganze fast undurchschaubar. Aber das macht die Seele ja auch aus, oder!

Und wie komme ich jetzt zum Toilettenpapier? Am besten gar nicht!

 

 

 

#dernordenkocht                            

DER NORDEN KOCHT ZUHAUSE !                                                             Hier die ersten Fotos von Teilnehmern.

Essen schafft Gemeinschaft. Obwohl die Gemeinschaft momentan nicht sinnvoll ist. Laßt uns deshalb alle einzeln, zu zweit oder gemeinsam in der Familie zuhause Labskaus kochen und mit nötigem Abstand den Nachbarn im Haus oder über die Straße abgeben. Essen schafft Gemeinschaft!

 

Sonntag, 29.03.2020, 12.00 bis 15.00. Jeder macht Labskaus nach seinem Rezept. Das Original gibt es nicht. Alle stellen ihre Fotos via FB und Instagram ein und zeigen, dass Essen Gemeinschaft und Solidarität in komplizierten Zeiten ermöglicht. Es ist kein Wettbewerb, keine Challenge, kein Diskussionsforum, sondern der Versuch, ein wenig Gemeinschaft, Solidarität und vielleicht sogar ein wenig Freude und Nähe zu ermöglichen.

 

Labskaus, eine Seefahrerspezialität oder ein Essen, welches verbindet?

Vom Labskaus hat der eine oder andere sicher schon mal gehört und weiß vielleicht sogar, dass es nicht sehr appetitlich aussieht. Am Ehesten könnte man es als undefinierbaren rosaroten Brei bezeichnen. Und der besteht in der Regel sehr genau aus Rindfleisch – in Form von Pökelfleisch oder Corned Beef – Matjes, Kartoffeln, roten Beeten und Zwiebeln – und das Ganze schließlich stückig gestampft. Am Ende wird alles mit einem Rollmops, einer sauren Gurke und einem Spiegelei garniert. Bei der roten Beete und dem Rollmops streiten sich allerdings noch die Nahrungshistoriker, ob diese Zutaten überhaupt ins Originalgericht gehören. Ich finde es allerdings so, wie es ist, einen kulinarischen Knaller. Und abgesehen davon klingt die Kombination eigentlich gar nicht so verkehrt, was der Name so verspricht. Labskaus ist vermutlich aus dem Englischen “lobscouse” bzw. “lout’s course” (im Dialekt: “lob’s course”) abgeleitet, was so viel wie “Speise für Flegel” bedeutet. Das Gericht kommt aus der klassischen Seefahrt und war früher ein gängiges Mal. Ein Großteil der Speisen wurde mit Salz konserviert und alles, was der Smutje ( das ist der, der auch bei Windstärke 8 noch am Herd stehen muss, um die Mannschaft zu erfreuen) in seiner Kombüse fand, verarbeitete er dann zu einem schmackhaften Eintopf, dem Labskaus machte.

 

 

....und am 05.04.2020 kochen wir vielleicht zur gleichen Zeit "Birnen, Bohnen und Speck"

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