Kunst&Ökologie

Läßt sich mit Kunst etwas ändern?      

Greift man auf die religiöse Sprache zurück, so kann man im wieder Gott verantwortlich machen, für das, was seiner „göttlichen Schöpfung“ angetan wird. Ob es kriegerische Absurditäten weltweit sind oder das Verhalten des Menschen, die Welt – insbesondere das Meer – als Müllhalde zu betrachten.

 

Sichtbar wird letzter Aspekt subtil für mich immer wieder beim Frühjahrputz, bei der Dorf – oder Strandreinigung rund um Nieblums Gemarkung  und dabei irritiert zur Kenntnis nehmen muss, wie ca. 30 Helferinnen und Helfer blaue Säcke mit allerlei Fundstücken an die Sammelstellen bringen. Die Ergänzung sind meine eigenen Strandwanderungen mit Fundstücksuche.

 

Neben Handschuh und Müllsack ist die Kamera mein ständiger Begleiter, die als zweites Auge die Arbeit des Müllsammelns dokumentiert. "Was macht der Mann da, Papa?" ist eine oft gestellte Kinderfrage, wenn mich jemand beobachtet und anspricht - "Was ich denn da mache?" Die Erklärung kommt in kurzen Worten. Manchmal bleiben noch mehr Strand- und Wattwanderer hinzu und lauschen meinen Erläuterungen.

 

Die dargestellten Arbeiten sind alles zufällige und subtile Funde an den Stränden der Nordseeinsel Föhr und werden anschließend im Atelier einem behutsamen künstlerischen Dekonstruktions- und Transformationsprozess unterworfen. Zusätzlich werden parallel Serien von Fotografien von verschiedenen Strandabschnitten verglichen und Möglichkeiten der Detailkombination erarbeitet. Ich bin babei als fotografischer Künstler  völlig unverdächtig, die Umweltverschmutzung- und Zerstörung künstlerisch auszunutzen und zu beschönigen. Denn die Nachhaltigkeit der Sichtbarmachung und Fortführung der Umweltdiskussion ist mein Anliegen. Und darüber kann man ja außergewöhnlich intensiv diskutieren.

 

Denn meine Arbeiten mit ästhetischer Raffinesse sollen zum Staunen verführen und die Augen für die zunehmende Vermüllung der Strände und Meere sensibilisieren und öffnen.

 

Die Funde sind als amorph zu bezeichnen. Dieses Material (gr. μορφή morphé „Gestalt“, „Form“ mit Alpha privativum, also etwas „ohne Gestalt“) nennt man in der Physik und der Chemie einen Stoff, bei dem die Atome keine geordneten Strukturen, sondern ein unregelmäßiges Muster bilden und lediglich über Nahordnung, nicht aber Fernordnung verfügen. In die Kunst übertragen wird ein zufällig gefundenes Sujet im Blick des Künstlers zum Objekt der Begierde und der Neuordnung. Als Objet trouvé (franz. für ‚gefundener Gegenstand‘) ist es ein Kunstwerk, oder ein Teil eines Kunstwerks, das aus vorgefundenen Alltagsgegenständen oder Abfällen hergestellt wurde. (frei nach Marcel Duchamp) Vom kunsttheoretischen Aspekt ausgehend könnte man es auch Ready-made nennen, bei dem der Künstler am vorgefundenen Objekt keine oder wenige Bearbeitungen und Veränderungen vornimmt. Veränderung findet hier durch unterschiedliche Zuordnung verschiedener Sujets statt, woraus sich völlig neue "amorphe" Sichtweisen ergeben können.

 

Sie stellen damit ergänzend Dekonstruktionen landschaftlicher Fundstücke dar und ermöglichen dadurch zusätzlich eine zentrale künstlerische Wahrnehmung im Blickfeld des Betrachters.

 

https://www.icbm.de/verbundprojekte/macroplastics/, https://www.nabu.de/natur-und-landschaft/meere/muellkippe-meer/11961.html , https://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/419/dokumente/wie_lange_braucht_der_muell_um_abgebaut_zu_werden.pdf, http://www.macroplastics.de/index.php?x=1280 

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© Andreas Petzold #KUNSTEINS 2021