DA KOMMT ETWAS AUF UNS ZU, WAS ES EIGENTLICH GAR NICHT GIBT !

FLUXFLUX FÖHR 2023 ?

FLUXFLUXFÖHR

Andreas Petzold

 

„Eigentlich ist Fluxus nicht zu erklären. Wenn man aber schon eine Definition finden will, dann wird man dem Wort am besten mit einem Zitat des Fluxus-Urvaters, George Maciunas, gerecht. Fluxus ist Unterhaltung, Vergnügen, es ist fließend und immer in Bewegung. Es ist keine Kunstrichtung, sondern eine Geisteshaltung gegenüber der Kunst, die sich immer wieder neu entwickelt, wenn Menschen darüber diskutieren“  Es ist eine „anerkannte“ Kunstbewegung, deren Grundsatz das Fließende und Bewegende ist,  und doch nie einen Anfang oder ein Ende haben kann.

 

Fluxus ist und bleibt deshalb lebendige Geschichte, auch 2023,  die sich vor unseren Augen und mit uns selbst schreibt, an der wir als passive und aktive Akteure teilhaben und dabei auch deren schärfste Kritiker sein können. Deshalb ist Fluxus als Geisteshaltung innerhalb der Kunst immer mit der Frage konfrontiert, was es war, was es ist und was wird es in der Zukunft sein wird. Auch wenn es konsequente Versuche gibt, das Phänomen Fluxus kunsthistorisch, kunsttheoretisch und kunstmarkttechnisch zu vereinnahmen, bleibt es unauffindbar wie auf einem Steckbrief „Wanted: Fluxus - dead or alive“

 

Wird Fluxus gefunden und festgesetzt, ist es vorbei! Es lassen sich dennoch weitere Thesen entwickeln und formulieren, um Fluxus kunsttheoretisch und kritisch in die Zange zu nehmen. Man kann  sich auch parallel am Zitat von Mark Twain, „Die Nachricht von meinem Tod ist stark übertrieben. (The news of my death is highly exaggerated.)“ erfreuen. Wenn dann die Idee reift, „dass die alten Gewissheiten etwas ins Wanken geraten sind!“ und die >Kunst es gar nicht gibt, sondern nur Künstler< (E.H. Gombrich – Die Geschichte der Kunst), dann könnte man vielleicht vom Triumpf der Moderne sprechen. Aber nur vielleicht.  

 

Boris Groys, Prof. an der Faculty of Art and Science in New York, ergänzt: „Die Kunst sagt zu ihrem Betrachter: Ich bin nicht das, was du von mir denkst!“ Den Bogen zur Erkenntnis erweitert mir dann noch Hans Ulrich Obrist, einer der zzt. einflussreichsten Kuratoren der Gegenwartskunst: „Kunst kann überall sein, draußen vor dem Fenster, unter unseren Füßen, zu Hause“! und natürlich auch überall auf der nordfriesischen Insel Föhr“. FLUXFLUXFÖHR.

 

Die FLUXBOX (Musikpavillon am Sandwall) wird 2023  das kommunikative Zentrum sein, an dem und in dem konzeptuelle Kunstaktionen stattfinden können, die den Geist von FLUXUS wiederspiegeln. Sind wir nicht alle ein wenig FLUXUS? Wird dabei wird  das zentrale Leitmotiv sein, um mit einem lachenden und staunenden Auge die Welt da draußen zu begleiten.

    

                                 Fluxus

Fluxus ist eine Spielart der Aktionskunst und entstand, parallel zum Happening, gegen Ende der 1950er Jahre. Die Protagonisten der Fluxus-Bewegung entstammen größtenteils der New Yorker Literatur- und Musikszene. Zu den Hauptvertretern zählen George Brecht, Dick Higgins, Alison Knowles, Jackson Mac Low, Yoko Ono, Nam June Paik und George Maciunas. Einige dieser Fluxus-Künstler hatten John Cages Kurse für experimentelles Komponieren an der New Yorker "New School for Social Research" besucht und hier wichtige Impulse für ihre Arbeit erhalten. Fluxus umfasste vor allem darstellerische, literarische, pantomimische und musische Ausdrucksformen, daneben entstanden auch Objekte, unter denen die sogenannten Multiples eine zentrale Rolle einnehmen, waren diese Auflagenobjekte zunächst doch zu günstigen Preisen zu erwerben.
Dieser entgrenzte Zug wurde durch den Begriff Fluxus selbst verstärkt, der in Anlehnung an das lateinische Verb "fluere" (dt.: fließen) das Zusammenfließen unterschiedlicher Kunstformen betont. Fluxus verstand sich als "Antikunst": Man erprobte unkonventionelle künstlerische Ausdrucksformen und forderte, wie im Neodadaismus, eine Aufhebung der Trennung zwischen Kunst und Leben, weshalb Fluxus vielmehr als Haltung gegenüber der künstlerischen Praxis zu charakterisieren ist. Wichtige Impulse erhielten die Fluxus-Künstler unter anderem von Seiten des Futurismus, des Action Painting oder des Surrealismus. Die Problematik einer Definition von Fluxus wird von den Fluxus-Künstlern selbst kolportiert, wenn beispielsweise George Brecht (1926-2008) erklärt: "Fluxus versucht eine Synthese von allem, was existiert. Auch Fluxus widerspricht sich. Schon eine Person widerspricht sich über Fluxus."

In den 1960er Jahren erlebte die Fluxus-Bewegung ihre Blütezeit. In Wiesbaden, wo George Maciunas (1931-78) mittlerweile arbeitete, fand 1962 das dreiwöchige Festival "Fluxus: Internationale Festspiele Neuester Musik" statt und bildete den Auftakt für eine Reihe weiterer Veranstaltungen in ganz Europa. Ein Fluxus-Event folgte nicht einem festen Drehbuch, sondern wurde skizzenhaft mit wenigen Stichworten umrissen, wodurch den Akteuren ein gewisser Handlungsspielraum blieb. Charakteristisch für Fluxus-Events ist der witzige, spontane, experimentelle, häufig minimalistische und gleichzeitig verstörende Zug der Aktionen. Im Gegensatz zum Happening war die handelnde Beteiligung des Publikums nicht vorgesehen, wenngleich die Zuschauerreaktionen den Ablauf beeinflussen konnten.
Das Geschehen konzentrierte sich auf eine konkrete, nicht symbolisch verstandene Handlung, wie es beispielsweise die Oper "Ja, es war noch da" von Emmett Williams (1925-2007) aufzeigt, da die aufgeführte Handlung einzig daraus bestand, 45 Minuten lang auf eine Pfanne einzuhämmern, wodurch zugleich bislang ungenutztes akustisches Material, nämlich Lärm, erschlossen wurde.

Die vielfältigen Impulse, die von Fluxus ausgingen, wirkten schließlich stichwortgebend für so unterschiedliche Kunstrichtungen wie Videokunst, Mail Art und Konzeptkunst. Quelle:     https://www.kettererkunst.de/lexikon/fluxus.php

Meeting and selfie with Ben Patterson

Fluxus is a form of action art that emerged parallel to the Happening in the late 1950s. The protagonists of the Fluxus movement came largely from the New York literary and music scene. Among the main representatives are George Brecht, Dick Higgins, Alison Knowles, Jackson Mac Low, Yoko Ono, Nam June Paik, and George Maciunas. Some of these Fluxus artists had attended John Cage's courses in experimental composing at the New York "New School for Social Research" and received important impulses for their work here. Fluxus primarily encompassed theatrical, literary, pantomimic, and musical forms of expression, as well as objects, among which the so-called multiples played a central role, since these objects were initially available for purchase at low prices.


This unbounded trait was reinforced by the term Fluxus itself, which, in reference to the Latin verb "fluere" (meaning to flow), emphasizes the confluence of different art forms. Fluxus saw itself as "anti-art": unconventional forms of artistic expression were tried out and, as in Neo-Dadaism, the separation between art and life was called for to be abolished, which is why Fluxus can rather be characterized as an attitude toward artistic practice. Fluxus artists received important impulses from Futurism, Action Painting, and Surrealism, among others. The problematic nature of a definition of Fluxus is colocated by the Fluxus artists themselves when, for example, George Brecht (1926-2008) states: "Fluxus attempts a synthesis of everything that exists. Fluxus also contradicts itself. Even one person contradicts himself about Fluxus."

 

In the 1960s, the Fluxus movement experienced its heyday. In Wiesbaden, where George Maciunas (1931-78) was working by then, the three-week festival "Fluxus: Internationale Festspiele Neuester Musik" took place in 1962 and was the prelude to a series of further events throughout Europe. A Fluxus event did not follow a fixed script, but was sketchily outlined with a few key words, leaving the actors a certain amount of room for maneuver. Characteristic of Fluxus events is the witty, spontaneous, experimental, often minimalist and at the same time disturbing trait of the actions. In contrast to the Happening, the acting participation of the audience was not foreseen, although audience reactions could influence the course of events. The happening concentrated on a concrete, not symbolically understood action, as the opera "Yes, it was still there" by Emmett Williams (1925-2007) shows, for example, since the performed action consisted solely of hammering on a pan for 45 minutes, which at the same time opened up previously unused acoustic material, namely noise.

 

The diverse impulses that emanated from Fluxus ultimately had a seminal effect on such diverse art movements as video art, mail art, and conceptual art. Source: https://www.kettererkunst.de/lexikon/fluxus.phpe other conceivable way to deliver as a gift.  Absolutely everyone worldwide is to send and receive or exchange gifts on this day of action.

 

Filliou wished for the day international school vacations, paid vacations for workers and spontaneous festivities and amusements around the globe. For him, the day was a holiday. The artist signed his congratulations on Art's Birthday with his name and the addition: "Born 999.963 n.K .(according to Art)". Never before has information about current trends been so widespread worldwide, never before has the marketing of contemporary art been so perfectly coordinated internationally and networked worldwide. This has not only changed the production of art, but also the conventional form of art mediation. Attitude, purpose, form and originality of art are especially in and after Corona times more in focus with emotions, valuations, dispositions of action and social integration of society. This creates new between producers and recipients and requires communication and cooperation readiness, in order to face the world puzzle and world mastering needs solution-oriented. Art can - but does not have to - show us possibilities to activate buried abilities with an alert mind and an open visor, in order to release feelings and activate our commitment to a radically changing world.

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© Andreas Petzold #KUNSTEINS 2022