EIER/EGGS

 

 

Die Kunst der Dinge - Oder wie das Ei zur Kunst wurde.

 

 

 

Bald ist wieder Ostern und mit dem höherstehenden Sonnenlicht wird nicht nur das reine zarte Weiß der Schneeglöckchen, sondern auch das erste leuchtende Gelb als Botschaft aus der Tiefe sichtbar, die Knospen der Osterglocken. Schaut man sich parallel in den Regalen der Supermärkte um – ist ein deutliches Zeichen, dass der Winter die Schultern hängen lässt, der Blick auf mit Schokolade gefüllte Goldhasen und seiner ovalen Gefolgschaft, den Eiern. Im Volksmund, Ostereier genannt. Als ob Osterhasen Eier legen würden. Aber das ist ein anderes Thema. Das Flaggenhäuschen – 5m² Kunst & Kultur zeigt vom 23.03.2026 bis 10.04.2026 Das Ei in kreativen Variationen unter dem Aspekt: Die Kunst der Dinge – oder wie das Ei zur Kunst wurde.

Ich interessiere mich grundsätzlich für das Ei einerseits als Lebensmittel, andererseits für das Ei als Objekt der Begierde in der bildenden Kunst. Und ab da wird es zum Teil kompliziert oder - wie der Kunstkritiker und Philosoph es formuliert - theoretisch.

 

Kulturhistorisch hat das Ei schon eine ziemliche lange Strecke zurückgelegt, um als Kunstwerk entdeckt und vielleicht aufgewertet zu werden. Begriffe wie Sinnlichkeit, Spiel, Reduktion, aber auch Wiedergeburt und Fruchtbarkeit sind Metapher, die dem Ei zugewiesen werden. Im alten Ägypten und dem antiken Griechenland hatte es den Status eines heiligen Symbols. Die Urchristen übertrugen das Symbol des Eies als Sinnbild auf das Leben an sich und das der Auferstehung. In den Urkirchen schenkte man sich am Ostermorgen hartgekochte, haltbar gemachte Eier als Symbol des durch einen Stein verschlossenen Grabes Jesu Christi.

 

Heute projizieren und positionieren wir Künstler das Ei in die Gegenwart und dabei kann es schon passieren, dass die Schale ganz schön angeschlagen und brüchig wird, wie die vom Atelier KUNSTEINS initiierte Ausstellung im ehemaligen W.D.R. Flaggenhäuschen.

Ich greife dabei tief in die Kunstgeschichte ein, um die Positionen des Eies ins "richtige oder falsche Licht" zu setzen. Christoph Kolumbus (1451 - 1506), René Magritte (1898 - 1967), Peter Carl Fabergé (1896 - 1920), Salvador Dali (1904 - 1989), Piero Manzoni (1933 - 1963) und Bernhard -Viktor Christoph-Carl von Bülow (LORIOT 1923 - 2011) sind nur einige Beispiele, die ich kunsttheoretisch, grafisch, poetisch, philosophisch und ganz praktisch kreativ zitiere und interpretiere, um Licht hinter das Ei zu bringen. Da wird so manches Ei zerschlagen werden müssen.

 

Unterschiedlicher könnte die optische und kreative Ostereiersuche nicht werden. Fröhliche Ostern oder in Friesisch: Frööligen puask. Die Ausstellung ist vom 23.03.2026 bis 10.04.2026 24 Stunden durch die kleinen Fenster des Flaggenhäuschens zu sehen. Der Ei-Tritt ist frei!  

 

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© Andreas Petzold #KUNSTEINS 2026